Ich frag mal für eine Kundin von mir (bin Trainerin i.A.): Ihr Border Collie Finn, 2 Jahre, kastriert, geht bei anderen Hunden sofort komplett in den Tunnel. Zieht wie verrückt, der Blick ist weg, bellt schrill — und hört auf gar nichts mehr. Sie ist total verunsichert, ob das Aggression, Spieltrieb oder Angst ist. Ich tippe auf eine Mischung aus Überforderung und Unsicherheit — er will hin, weiß dann aber nicht wohin mit sich. Kennt das wer? Was hat geholfen?
Border Collie dreht bei anderen Hunden durch — Überforderung oder Angst?
Oh ja, das klingt für mich nach einem klassischen „frustrated greeter" — Hunde, die an der Leine frustriert sind und dann explodieren. Luna war in abgeschwächter Form genau so. Was bei uns Wunder gewirkt hat: parallel laufen mit einem ruhigen, bekannten Hund. Kein direkter Kontakt, einfach nebeneinander her. Mit der Zeit hat sie gelernt, dass ein anderer Hund in der Nähe kein Weltuntergang ist.
Markus hier. Mein Balu hatte ganz ähnliche Nummern drauf, bei ihm steckte echt Unsicherheit hinter der ganzen Aufregung. Was mir eine Verhaltenstherapeutin erklärt hat: Der Hund lernt, dass er mit dem Theater die Situation kontrolliert. Leine straff, alle bleiben stehen — also bestimmt er. Das muss man vorsichtig umdrehen. Gut geklappt hat bei uns: rechtzeitig die Richtung wechseln, bevor er überhaupt in den Tunnel kippt. Hund sieht den anderen — und bevor er reagiert, ruhig wegdrehen und loben. Ist viel Timing, aber es lohnt sich.