Nach zwölf Jahren Tierschutz will ich hier mal ehrlich von meinen Erfahrungen erzählen — für alle, die mit dem Gedanken spielen, Pflegestelle zu werden. Kurz, was das überhaupt heißt: Du nimmst einen Hund für eine Weile auf (meist 4 bis 12 Wochen), bis er ein festes Zuhause findet. Du bist nicht sein Zuhause — du bereitest ihn darauf vor. Was ich mir am Anfang gewünscht hätte: 1. Ehrlichere Infos über traumatisierte Hunde. Manche kommen aus Verhältnissen, die man sich nicht vorstellen will. 2. Ein Netzwerk von Tag eins an. Du brauchst Leute, die du nachts um elf anrufen kannst. 3. Den Mut, klare Grenzen zu setzen. Es ist okay zu sagen: Diesen Hund schaffe ich nicht.
Pflegestelle werden — was ich nach 12 Jahren ehrlich sagen würde
Danke, Sabine. Das ist so ehrlich, das berührt mich gerade richtig. Ich bin noch keine Pflegestelle, aber ich überlege es seit einer Weile. Eine Frage, die mir nicht aus dem Kopf geht: Wie hältst du das aus, wenn so ein Hund nach Wochen wieder gehen muss? Ich glaube, daran würde ich zerbrechen.
Lena, das ist DIE Frage, die mir alle stellen. Und sie ist absolut berechtigt. Ich hatte über 40 Pflegehunde. Und ja — es tut jedes Mal weh. Immer noch, nach all den Jahren. Aber ich hab gelernt, es anders zu sehen: Ich bin nicht ihr Zuhause. Ich bin ihre Brücke dorthin. Jeder Hund, der bei mir war, hat gelernt: Menschen können gut sein, Häuser sind sicher. Das nimmt er mit, egal wohin. Und manchmal bleibt einer einfach. Bei mir ist das drei Mal passiert. „Pflegestelle gescheitert" nennen wir das — liebevoll.